Estland des Balkans“: EverLeaf CEO trifft Kosovo-Botschafter Dr. Faruk Ajeti zum Austausch über Wachstum und Potenzial
Der Kosovo als Wirtschaftsstandort wird oft noch unterschätzt. Das Bild vom Kosovo prägt häufig Vorurteile, oft auch Unkenntnis. Umso wichtiger sind direkte Einblicke von Menschen, die die Entwicklung des Landes aktiv mitgestalten. Genau darum ging es beim Austausch zwischen Dr. Faruk Ajeti, Botschafter des Kosovo in Deutschland und Jonathan Bernwieser, CEO von EverLeaf.
Eine Vision und erste Ergebnisse
Dr. Faruk Ajeti machte im Gespräch deutlich, dass der Kosovo wirtschaftlich eine klare Richtung verfolge. Es gehe nicht nur um Wachstum, sondern um eine gezielte Transformation. Seine Vision dabei: Der Kosovo solle sich in den kommenden Jahren zu einer Art “Estland des Balkans” entwickeln. Ein Land, das heute als europäische Erfolgsgeschichte in der Digitalisierung gilt.
Fortschritte auf diesem Weg sind bereits sichtbar, wie etwa der IT-Park in Prizren. Ziel ist, den Ausbau von IT- und ICT-Strukturen sowie Start-ups gezielt zu fördern und die digitale Infrastruktur kontinuierlich auszubauen.
Wahrnehmung und Realität
Ein zentraler Punkt des Gesprächs war die Diskrepanz zwischen dem Bild, das viele Unternehmen in Deutschland vom Kosovo haben und der tatsächlichen Entwicklung vor Ort.
Nach den Worten des Botschafters waren mehr als 90 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer, mit denen er in der Vergangenheit gesprochen hatte, noch nie im Kosovo. Das bedeute für ihn, dass das Bild vom Kosovo nicht von Erfahrungen, sondern von Vorurteilen geprägt werde.
Unternehmen, die bereits vor Ort tätig sind, würden eine andere Realität spiegeln. Von ihnen wird der Kosovo nicht als Risiko wahrgenommen, sondern als Chance, vor allem, weil sich viele der typischen Herausforderungen europäischer Märkte dort anders darstellen.
Der Wettbewerbsvorteil
Im Gespräch wiesen Dr. Ajeti und Bernwieser auf die besondere demografische Struktur des Landes hin. Danach ist der Kosovo das jüngste Land Europas (rund die Hälfte der Bevölkerung ist unter 35 Jahre alt). Ein Fakt, der für viele Unternehmen interessant sein könne. Es bedeute Zugang zu jungen Menschen, die hoch motiviert seien und sich entwickeln wollen. Diese Workforce zu nutzen, sind beide überzeugt, könne in einer Zeit, in der qualifizierte Fachkräfte in vielen Märkten fehlen, ein beachtlicher Wettbewerbsvorteil sein.
Die Erfahrungen von EverLeaf
Für EverLeaf ist der Kosovo als Standort mit rund 200 Mitarbeitende längst Realität. „Teams entwickeln sich schnell, Verantwortung wird früh übernommen und die Identifikation mit dem Unternehmen ist hoch“, so Bernwieser über seine Erfahrungen. Zugleich berichtete er, dass immer mehr Fachkräfte aus der kosovarischen Diaspora zurückkehren, weil sich die beruflichen Perspektiven im Land sichtbar verbessert haben.
Fazit
Das Treffen von Politik und Wirtschaft brachte zwei Perspektiven zusammen: die strategische Sicht eines Landes im Wandel und die operative Erfahrung eines Unternehmens, das diesen Wandel täglich miterlebt. Beide Gesprächspartner waren sich darin einig, dass die Entwicklung und Transformation des Kosovo längst im Gange sei. Was oft noch fehle, sei nicht Substanz, sondern Sichtbarkeit. Der Kosovo ist kein klassischer „Emerging Market“, der erst noch entstehen muss, er ist ein Standort im Wandel, mit klarer Richtung und wachsender Dynamik.
BrĂĽckenbauer zwischen Bayern und dem Balkan -Deutscher Botschafter besucht EverLeaf im Kosovo
Vom Bauernhof in Bayern in die internationale Dienstleistungswelt: Mit seinem Unternehmen EverLeaf zeigt GrĂĽnder Jonathan Bernwieser, dass man mit Mut und modernen FĂĽhrungsstil abseits klassischer Standorte erfolgreich sein kann.
Vor drei Jahren gründete Bernwieser gemeinsam mit seinen Partnern das Business Process Outsourcing (BPO)-Unternehmen in Pristina. Heute beschäftigt EverLeaf mehr als 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und wächst weiter.
„Unser Erfolg beweist, dass der Kosovo längst nicht mehr den verbreiteten Vorurteilen entspricht, sondern ein attraktiver Unternehmensstandort ist“, sagt Bernwieser.
Beeindruckt hat EverLeaf auch den deutschen Botschafter Jörn Rohde kürzlich bei seinem Besuch im neuen Firmensitz. „Wenn deutsche Firmen im Kosovo Arbeitsplätze schaffen, sorgt das dafür, dass junge Menschen im Land eine Zukunftsperspektive haben. Gleichzeitig wird die Attraktivität des Standortes Kosovo in Deutschland weiter gestärkt”, erklärte der Botschafter.
Rohde betonte im Gespräch mit den EverLeaf-Gründern die besonderen Standortvorteile des Kosovo, wie den Euro als Währung, eine junge, oft deutschsprachige Bevölkerung und den zollfreien Export in die EU. Bereits rund 200 Unternehmen, so der Botschafter, seien schon heute in der kosovarisch-deutschen Wirtschaftsvereinigung (KDWV) organisiert.
Dennoch gebe es laut Rohde noch einiges zu tun, etwa weniger Bürokratie und mehr Planbarkeit. Umso wichtiger seien Beispiele wie EverLeaf: „Hier sieht man, wie faire Arbeitsbedingungen und moderne Unternehmensführung neue Perspektiven schaffen können.“
FĂĽr uns ist der Besuch des deutschen Botschafters auch ein Zeichen, wie eng die deutsch-kosovarische Zusammenarbeit inzwischen geworden ist. Und wie viel Potenzial in diesem Standort noch steckt.
EU AI ACT
Ab dem 2. August 2026 tritt mit dem EU AI Act das erste umfassende KI-Gesetz der Welt in Kraft.
Danach bleiben Chatbots, Voicebots und virtuelle Assistenten zwar erlaubt, doch ihr Einsatz wird kĂĽnftig streng reguliert. Transparenz, menschliche Kontrolle und rechtliche Absicherung werden zur Pflicht. Wer sich nicht vorbereitet, riskiert hohe Strafen und den Verlust von Kundenvertrauen.
„Wer jetzt handelt, kann sich einen klaren Wettbewerbsvorteil sichern“, betont Jonathan Bernwieser, CEO von EverLeaf und Experte für KI-gestützte Kundenkommunikation.
Was sich konkret ändert:
Die neuen Vorgaben greifen tief in bestehende Prozesse ein – insbesondere in Customer-Care-Teams, die zunehmend auf Automatisierung setzen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Menschliche Aufsicht (Human-in-the-Loop): Für Hochrisiko-Systeme schreibt der EU AI Act verbindliche menschliche Aufsicht vor. Außerhalb von Hochrisiko gilt: angemessene Aufsicht und klare Eskalationswege zu einer menschlichen Ansprechperson sicherstellen – insbesondere bei sensiblen Anliegen. KI kann unterstützen, die finale Verantwortung bleibt beim Menschen.
- Transparenz gegenĂĽber Kund:innen:
Unternehmen müssen offenlegen, wenn Interaktionen durch KI erfolgen. Versteckte Hinweise oder automatisierte Kommunikation ohne Kennzeichnung sind künftig unzulässig. - Hohe Strafen bei Verstößen:
Wer gegen die Vorgaben verstößt, riskiert Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. - Doppelprüfung mit der DSGVO:
Datenschutzvorgaben bleiben bestehen und mĂĽssen eng mit den neuen KI-Regeln verzahnt werden. - Pflicht zu Schulungen:
Teams müssen verstehen, wie KI funktioniert, welche Risiken bestehen – und wann sie eingreifen müssen.
Warum Handlungsbedarf besteht.
Viele Unternehmen unterschätzen die Tragweite der neuen Regulierung. „In vielen Customer-Care-Abteilungen fehlt ein noch klarer Plan für die gesetzeskonforme Integration von KI“, warnt Bernwieser. Noch immer fehlt es an systematischen Prüfungen, verbindlichen Prozessen und gezielter Weiterbildung.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
EverLeaf empfiehlt Unternehmen, jetzt folgende Schritte anzugehen:
Bestehende Systeme prüfen: Welche KI-Anwendungen sind im Einsatz – und wie transparent sind sie?
Prozesse anpassen: Verantwortung, Kontrollpunkte und Eskalationswege definieren.
Datenschutz absichern: DSGVO- und AI-Act-Konformität gemeinsam denken.
Teams schulen: Mitarbeitende befähigen, KI-Tools verantwortungsvoll zu nutzen.
Unternehmen, die heute handeln, sichern sich nicht nur Compliance, sondern auch Vertraue
People First – EverLeaf für den CCV Quality Award 2025 nominiert
Nur drei Jahre nach der Gründung gehört EverLeaf zu den Nominierten des CCV Quality Award 2025 in der Kategorie Mitarbeiterorientierung. Für uns als junges BPO-Unternehmen ist das nicht nur eine Auszeichnung, es ist ein Meilenstein.
„Die Nominierung bestätigt uns, dass wir mit unserem People-First-Ansatz genau richtig liegen – im täglichen Miteinander, in der Führungskultur und in der Art, wie wir Feedback geben“, sagt Gründer Jonathan Bernwieser.
Wer bei EverLeaf startet, erlebt das von Tag eins an: Im dreistufigen Onboarding-Prozess lernen neue Mitarbeitende nicht nur Abläufe und Tools kennen, sondern vor allem die Unternehmenskultur. Der sogenannte Cornerstone Workshop vermittelt Purpose, Core Values und Mindset, die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit.
Dass dieses Konzept aufgeht, zeigen die Zahlen: über 90 Prozent Retention Rate und ein Employee Net Promoter Score von 9,5 von 10 sprechen für sich. „BPO im Kosovo bedeutet für uns, langfristige, tragfähige Perspektiven zu schaffen – durch Vertrauen, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten“, betont Bernwieser.
Am 13. November wird der Award in Berlin verliehen. Als Underdog tritt EverLeaf dort gegen zwei große Mitbewerber an. Doch ganz gleich, wie die Entscheidung ausfällt – schon jetzt ist klar: Der eigentliche Gewinn liegt in der Anerkennung der EverLeaf-Unternehmenskultur, in der jede Stimme zählt.